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Lincoln Bell
Lincoln Bell

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68 Militärische Posen und eine Generalsuniform überkompensierten seine Minderwertigkeitsgefühle und verdeckten effektiv seine Unzulänglichkeiten. In der Politik kam seine schlechte Kontrolle über seine Gefühle und Facetten persönlichen Hasses zum Vorschein. Bismarck musste gehen, der alte, eiserne Reichskanzler, der abgefeimte und unnachgiebige Politiker, der loyal zur Monarchie stand und der für die preußische Macht verantwortlich war. Letztendlich wusste er zuviel über die Behinderungen des Prinzen und er war auch gegen seine Krönung. Anderen, zu offensichtlich kritischen Menschen, widerfuhr ein ähnliches Schicksal, sie wurden durch Leute ersetzt, die weniger klug und weniger subversiv waren, und die zum Teil auch leichte psychologische Abweichungen aufwiesen. Es gab ein negatives Auswahlverfahren. Da die normalen Menschen dazu neigten, sich mit dem Kaiser zu identifizieren, konnte dieser mittels seines Regierungssystems charakteropathische Entscheidungen hervorbringen, die zum Ergebnis hatten, dass viele Deutsche schrittweise ihre Fähigkeit zur Nutzung ihres gesunden Menschenverstandes verloren. Eine ganze Generation wuchs mit psychologischen Missbildungen in Bezug auf ihre Gefühle und ihr moralisches, psychologisches, soziales und politisches Verständnis der Realitäten auf. Es ist außerordentlich typisch, dass es in vielen deutschen Familien ein Mitglied gab, das psychologisch nicht normal war. Es war sogar eine Ehrensache (sogar ruchloses Benehmen wurde entschuldigt), diese Tatsache nicht offen zu zeigen und dies sogar vor nahen Freunden und Verwandten zu verbergen. Dieses psychopathologische Material wurde gemeinsam mit einer unrealistischen Denkweise von großen Teilen der deutschen Gesellschaft aufgenommen, wo Sprüchen und Schlagwörtern die Macht von Argumenten übertragen wird und reale Fakten einer unterbewussten Selektion ausgesetzt sind. Dies geschah zu einer Zeit, als in ganz Europa eine Welle der Hysterie immer stärker anwuchs, was eine Tendenz der Herrschaft von Emotionen über das menschliche Verhalten mit einschloss, wie auch darin enthaltene Elemente theatralischen Gebarens. Wie ein individuell besonnener Gedanke von einem solcherart gefärbten Verhalten terrorisiert werden konnte, zeigte sich besonders bei Frauen. Dies verbreitete sich sukzessive über drei Kaiserreiche und auch über andere Länder auf dem Kontinent. Wie hat nun Wilhelm II, gemeinsam mit zwei weiteren Kaisern, die ebenfalls nicht in der Lage waren, die historischen Fakten zu verstehen und die auch nicht regieren konnten, zu diesem Umstand beigetragen? Bis zu welchem Ausmaß waren sie selbst von der verstärkten Hysterie während ihrer Regentschaften beeinflusst? Dies wäre ein interessanter Diskussionspunkt unter Historikern und Ponerologen. Die internationalen Spannungen wurden intensiver. Erzherzog Ferdinand wurde in Sarajevo ermordet. Unglücklicherweise waren weder der Kaiser noch irgendeine andere Regierungsautorität in seinem Land im Vollbesitz ihrer Vernunft. Die darauf folgenden Ereignisse wurden von Wilhelms emotionaler Verhaltensweise und den Stereotypen von Gedanken und Handlungen, die aus der Vergangenheit übernommen wurden, dominiert. Der Krieg brach aus. Die vorhandenen Kriegspläne, die in früheren Zeiten geschmiedet worden waren, und die angesichts der neuen Umstände ihre Relevanz verloren hatten, entfalteten sich eher wie militärische Manöver. Sogar jene Historiker, die mit der Entstehung und dem Charakter des preußischen Reiches vertraut sind also auch der ideologischen Unterwerfung der Menschen unter die Autorität von König und Kaiser und seiner Tradition eines blutigen Expansionismus sind der Auffassung, dass in diesen Situationen ein unverständliches Verhängnis lag, das nach einer Analyse von historischen Ursachen verlangt.4 Es wird immer dieselbe besorgte Frage von vielen bedachten Menschen gestellt: Wie konnte es geschehen, dass die deutsche Nation einen clownesken Psychopathen als Anführer wählte, der aus seinen pathologischen Visionen einer Herrschaft der Herrenrasse kein Hehl machte? Unter seiner Führung brach Deutschland einen zweiten kriminellen und politisch absurden Krieg vom Zaun. Während der zweiten Hälfte dieses Krieges führten hochqualifizierte Wehrmachtsoffiziere 68




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69 unmenschliche Befehle aus, die sowohl aus politischer wie auch militärischer Sicht völlig sinnlos waren, ausgegeben von einem Mann, dessen psychologischer Zustand den allgemeinen Kriterien entsprach, die bei einem Durchschnittsbürger für eine Einweisung in eine psychiatrische Anstalt gereichen. Jeder Versuch, die Geschehnisse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mittels allgemein akzeptierter historischer Anschauung zu erklären, hinterlässt ein quälendes Gefühl der Unzulänglichkeit. Nur eine ponerologische Annäherung kann diesen Mangel in unserem Verständnis kompensieren, so wie sie auch der Rolle der verschiedenen pathologischen Faktoren bei der Entstehung des Bösen auf jeder sozialen Ebene ihren Platz einräumt. Die deutsche Nation, eine Generation lang mit psychologisch veränderten Materialien genährt, fiel in einen Zustand, der mit dem Zustand bestimmter Menschen vergleichbar ist, die von Menschen großgezogen wurden, die sowohl charakteropathische als auch hysterische Züge aufweisen. Psychologen wissen aus Erfahrung, wie häufig solche Menschen sich gestatten, Dinge zu tun, die andere Menschen ernsthaft verletzen. Ein Psychotherapeut benötigt ein gutes Stück ausdauernde Arbeit, Talent und Besonnenheit, um einem solchen Menschen zu ermöglichen, seine Fähigkeit wiederzuerlangen, psychologische Probleme mit einem natürlicheren Realismus zu verstehen und seine gesunde Kritikfähigkeit in Bezug auf sein eigenes Verhalten zu benutzen. Die Deutschen verschuldeten im ersten Weltkrieg enormen Schaden und Leid, und sie litten auch selbst darunter; sie fühlten sich deshalb nicht als Hauptschuldige. Sie waren sogar der Meinung, dass sie diejenigen waren, denen Urecht angetan wurde. Dies ist nicht überraschend, da sie sich ja im Einklang mit ihrem angewöhnten Verhalten befanden, ohne sich dabei der pathologischen Ursachen bewusst zu sein. Die Notwendigkeit, diesen pathologischen Zustand nach einem Krieg in heroischer Verkleidung zu verbergen, um einen schmerzlichen Zerfall zu vermeiden, verbreitete sich allzu sehr. Es entstand ein mysteriöses Verlangen, als ob der soziale Organismus nach einer Droge süchtig wäre. Es verlangte sie nach noch mehr pathologisch verändertem psychologischem Material, ein Phänomen, das aus der psychotherapeutischen Praxis bekannt ist. Dieser Hunger konnte nur durch eine ähnlich pathologische Persönlichkeit gestillt werden, und durch ein ähnliches Regierungssystem. Der Weg des Führers, ein psychopathisches Individuum, wurde durch ein charakteropathisches Individuum geebnet. Wir werden etwas später bei unseren Ausführungen auf diese psychopathische Persönlichkeitsfolge zurückkommen, da dies offenbar eine allgemeine Regelmäßigkeit bei ponerogenischen Prozessen ist. Eine ponerologische Annäherung erleichtert unser Verständnis eines Menschen, der dem Einfluss einer charakteropathischen Persönlichkeit unterliegt, wie auch das Verständnis makrosozialer Phänomene, die durch die Wirkung solcher Faktoren verursacht werden. Unglücklicherweise kann nur relativ wenigen dieser Menschen durch eine angemessene Psychotherapie geholfen werden. Solche Verhaltensweisen können nicht Nationen zugeschrieben werden, die stolz ihre Souveränität ohne extreme Reaktionen verteidigen. Wir können jedoch eine Lösung solcher Probleme mittels des richtigen Wissens als Vision für die Zukunft betrachten. Paranoide Charakterstörungen: Bei Menschen mit paranoidem Verhalten ist es charakteristisch, dass sie fähig sind, relativ korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen und an Diskussionen teilzunehmen, solange es sich um nur kleinere Meinungsverschiedenheiten handelt. Dies hört aber abrupt auf, wenn die Argumente des Gegenübers beginnen, ihre überbewerteten Vorstellungen zu untergraben, lange gehegte Stereotypen ihrer Schlussfolgerungen zu zerschlagen oder sie zu zwingen, eine Feststellung anzunehmen, die sie bereits unterbewusst abgewiesen haben. Solch eine Stimulans lässt auf das Gegenüber eine Tirade von pseudo-logischen, weitestgehend paramoralistischen und häufig beleidigenden Äußerungen niederprasseln, die immer auch ein gewisses Maß an Suggestion enthalten. Äußerungen solcher Art erzeugen Aversionen unter kultivierten und logischen Menschen, die in der 69


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